Quellen und Anlaufstellen nach Ländern
Offizielle Wege und öffentliche Maßnahmen unterscheiden sich von Land zu Land. Aufgeführt ist nur Material mit Quellenangabe, und die Links führen zu den Originalseiten.
Stand: 2026-10-26
Überall
Europa
- Europäische Union10 EinträgeNach dem Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) müssen Plattformen Nutzern die Gründe für die Einschränkung eines Kontos nennen und mindestens sechs Monate lang ein internes Einspruchsverfahren anbieten; außerdem können Nutzer eine Streitigkeit an eine zertifizierte außergerichtliche Stelle bringen. Für die Dienste von Meta gehören dazu Appeals Centre Europe, User Rights, Platform Control und – bei Sperrungen wegen rechtswidriger Inhalte – Impress Dispute Resolutions in Irland; alle sind für Nutzer kostenlos. Der Koordinator für digitale Dienste jedes Landes nimmt DSA-Beschwerden entgegen, Beschwerden über Meta werden jedoch in der Regel an Irland weitergeleitet, wo Meta niedergelassen ist.
- Deutschland5 EinträgeDer Koordinator für digitale Dienste in Deutschland, die Bundesnetzagentur, nimmt DSA-Beschwerden über nicht begründete Kontosperrungen entgegen, kann Konten aber nicht selbst entsperren; nach Medienberichten soll sie 2025 mehr als 2.000 förmliche Beschwerden erhalten haben. Der Bundesgerichtshof entschied 2021 (III ZR 179/20 und III ZR 192/20), dass eine Plattform Nutzern den Grund mitteilen und ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme geben muss, bevor sie ein Konto sperrt. Zwei der in der EU zertifizierten außergerichtlichen Stellen, User Rights und Platform Control, haben ihren Sitz in Deutschland.
- Frankreich2 EinträgeAus Frankreich kamen im zweiten Jahr von Appeals Centre Europe die meisten zulässigen Streitfälle, vor Belgien und Italien. Arcom ist der französische Koordinator für digitale Dienste und teilt sich diese Rolle nach dem SREN-Gesetz von 2024 mit der CNIL und der DGCCRF. 2025 bestätigte das Berufungsgericht Paris die Ablehnung eines Eilantrags auf Wiederherstellung eines deaktivierten Instagram-Kontos.
- Niederlande5 EinträgeDie niederländische Behörde für Verbraucher und Märkte (ACM) ist der niederländische Koordinator für digitale Dienste. Dort gingen rund 700 DSA-Meldungen ein, überwiegend zu Einschränkungen von Konten und Inhalten; Beschwerden über Dienste mit Sitz in anderen EU-Ländern leitet sie an deren Aufsichtsbehörden weiter. Im Mai 2026 forderten die Digitalrechtsorganisation Bits of Freedom und LGBTQIA+-Organisationen Meta in einem Schreiben auf, willkürliche Kontosperrungen zu beenden.
- Irland3 EinträgeDie Dienste von Meta in der EU werden von dessen irischer Gesellschaft erbracht. Deshalb erhält Coimisiún na Meán, Irlands Medienregulierungsbehörde und Koordinator für digitale Dienste, DSA-Beschwerden über Meta, die aus anderen EU-Ländern weitergeleitet werden. Eine neue irische außergerichtliche Stelle, Impress Dispute Resolutions, nahm im September 2026 ihre Arbeit für Streitfälle auf, zu denen auch Sperrungen wegen rechtswidriger Inhalte gehören.
- Spanien3 EinträgeKoordinator für digitale Dienste in Spanien ist die Nationale Kommission für Märkte und Wettbewerb (CNMC); in einem Fall von 2025/26 wandte sich eine Künstlerin, deren Instagram-Konto dauerhaft gelöscht worden war, an sie und außerdem an eine deutsche außergerichtliche Stelle. Die kostenlose Hotline 017 von INCIBE bietet vertrauliche Beratung bei Cybersicherheitsproblemen, auch bei gestohlenen Konten.
- Vereinigtes Königreich7 Einträge2025 meldeten sich mehr als 500 Menschen bei der BBC, deren Meta-Konten deaktiviert worden waren; vielen wurde vorgeworfen, gegen Regeln zur sexuellen Ausbeutung von Kindern verstoßen zu haben. Ofcom beaufsichtigt Plattformen nach dem Online Safety Act 2023, löst aber keine Einzelstreitigkeiten; Facebook und Instagram stehen in seinem Register der Dienste der Kategorie 1, deren zusätzliche Pflichten noch festgelegt werden. Which? warnt, dass Fremde, die anbieten, gehackte Konten wiederherzustellen, Betrüger sind.
- Türkei3 EinträgeIm Juni 2026 verhängte die Institution für Menschenrechte und Gleichheit der Türkei (TİHEK) eine Geldbuße gegen die lokale Gesellschaft von Meta, nachdem sie festgestellt hatte, dass das Entfernen propalästinensischer Instagram-Beiträge der antragstellenden Person und der Ausschluss ihres Kontos von Live-Übertragungen diskriminierend war – eine öffentliche Stelle, die auf eine Einzelbeschwerde über Metas Inhalts- und Kontobeschränkungen hin tätig wurde. Landesweite Sperren einer Plattform, wie die von Instagram im August 2024, sind etwas anderes als einzelne Kontosperrungen.
Amerika
- Vereinigte Staaten9 EinträgeIn den USA schildern Berichte seit Mitte 2025 Konten, die wegen angeblicher sexueller Ausbeutung von Kindern deaktiviert wurden, und Nutzer, die niemanden erreichen konnten, selbst nach dem Abschluss eines Meta-Verified-Abonnements. Die Federal Trade Commission (FTC) und die Generalstaatsanwälte (Attorneys General) der Bundesstaaten haben Beschwerden gesammelt, doch das Büro des Generalstaatsanwalts von Massachusetts teilt Nutzern mit, dass es Konten nicht für sie wiederherstellen kann. Einige Menschen haben Meta vor einem Small-Claims-Gericht verklagt.
- Kanada5 EinträgeBerichte aus Kanada schildern deaktivierte Konten und Abonnenten von Meta Verified, die nur einen KI-Chatbot erreichen konnten; Meta erklärt, die neue Unterstützung bei Anmeldeproblemen beginne mit einigen Fällen in den USA und in Kanada. Kanadische Gerichte haben es abgelehnt, Klagen zu geschäftlich genutzten Instagram-Konten zu verhandeln, und dabei die Gerichtsstandsklausel zugunsten Kaliforniens in den Nutzungsbedingungen von Meta angewandt; der Oberste Gerichtshof Kanadas (Supreme Court) wandte in Douez v. Facebook (2017 SCC 33) eine solche Klausel dagegen auf die Datenschutzklage eines Verbrauchers aus British Columbia nicht an.
- Brasilien7 EinträgeBrasilianische Nutzer meldeten ab Mitte 2025 unerklärte Instagram-Sperren, und 2026 forderten die Bundesstaatsanwaltschaft und die Datenschutzbehörde (ANPD) Meta auf, seine Sperrungen zu erklären; die ANPD fragte außerdem, wie automatisierte Entscheidungen nach einem Einspruch überprüft werden. Small-Claims-Gerichte (Juizados Especiais) haben in einigen berichteten Fällen die Reaktivierung von Konten angeordnet und Schadensersatz zugesprochen; sie stützten sich dabei auf das Verbraucherschutzgesetzbuch.
- Mexiko und spanischsprachiges Lateinamerika6 EinträgeIn Kolumbien führte das Urteil T-256 des Verfassungsgerichts von 2025 dazu, dass Meta für kolumbianische Nutzer eine Anleitung zum Einspruch gegen Schließungen von Instagram-Konten veröffentlichte und einen Kanal einrichtete, über den Gerichte Klagen zustellen können. Gerichte in Argentinien und Chile sind in Fällen von Kontosperrungen zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen, und die Cyberpolizei von Mexiko-Stadt warnt vor gefälschten Angeboten zur „Kontowiederherstellung“.
Asien-Pazifik
- Südkorea3 EinträgeSeit Ende Mai 2025 meldeten viele Nutzer in Korea Sperrungen bei Instagram, Facebook und Threads, meist mit Verweis auf Regeln zu sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch von Kindern oder zur Integrität der Community. Die koreanische Kommunikationskommission (seit Oktober 2025 Medien- und Kommunikationskommission) forderte Meta 2025 zu einer schriftlichen Erklärung auf und leitete im Februar 2026 eine förmliche Sachverhaltsermittlung ein, unter anderem dazu, ob zahlende Abonnenten von Meta Verified den ihnen zugesagten Support erhielten. Seit dem 12. Februar 2026 müssen große Anbieter von Mehrwert-Telekommunikationsdiensten Anfragen von Nutzern auf Koreanisch, online und per automatisierter Telefonansage (ARS), während der Geschäftszeiten in Echtzeit entgegennehmen und bearbeiten.
- Japan4 EinträgeIn Japan sind Facebook, Instagram und Threads von Meta nach dem Gesetz über Informationsverbreitungsplattformen (Information Distribution Platform Act, seit dem 1. April 2025 in Kraft) als Großplattformen eingestuft; es verlangt Systeme zur Bearbeitung von Löschanträgen und Transparenz darüber, wie sie betrieben werden. Die Polizeibehörden der Präfekturen haben Warnungen vor Methoden zur Kontoübernahme veröffentlicht, bei denen Nutzer dazu gebracht werden, Bestätigungscodes weiterzugeben.
- Taiwan3 EinträgeIm Juni 2026 sperrte eine Störung der Altersprüfung in Taiwan zu Unrecht Facebook-, Instagram- und Threads-Konten, darunter solche von Medien und Personen des öffentlichen Lebens. Das Ministerium für digitale Angelegenheiten (MODA) erreichte, dass Meta betroffene Konten selbst ermittelt und wiederherstellt; Abgeordnete haben seither darüber debattiert, ob das Ministerium ausreichende rechtliche Befugnisse gegenüber großen Plattformen hat.
- Indonesien4 EinträgeSeit dem 28. März 2026 hat die indonesische Verordnung PP Tunas den Zugang von unter 16-Jährigen zu Plattformen mit hohem Risiko ausgesetzt, und Meta deaktiviert schrittweise Konten, die es Kindern zuordnet. Erwachsene, die fälschlich als Kinder markiert wurden, können den Anweisungen zur Altersbestätigung in der Benachrichtigung von Meta folgen, und die Provinzregierung von Yogyakarta warnt vor gefälschten Angeboten für ein „blaues Häkchen“ als Verifizierung.
- Indien3 EinträgeIn Indien gehen Beschwerden über die Entscheidung einer Plattform zunächst an deren Beschwerdebeauftragten (Grievance Officer) und können dann beim Grievance Appellate Committee der Regierung angefochten werden. Im August 2026 ordnete der Delhi High Court an, dass Meta die Unterlagen zu seiner Maßnahme gegen die Instagram-Konten der klagenden Person zu den Akten gibt, und lehnte zugleich einstweiligen Rechtsschutz ab.
- Philippinen3 EinträgeAuf den Philippinen betreffen die wichtigsten offiziellen Quellen Betrug: Das Cybercrime Investigation and Coordinating Center (CICC) warnt vor gefälschten Seiten, die seinen Namen nutzen, um Geld zu verlangen, und gehackte Facebook-Konten sowie Online-Betrug können an die rund um die Uhr erreichbare Hotline 1326 gemeldet werden. Seiten, die versprechen, verlorenes Geld zurückzuholen, sind eine bekannte „Recovery-Scam“-Masche.
- Australien9 EinträgeKleine Unternehmen in Australien haben eine rasch wachsende Zahl von Streitfällen um Facebook- und Instagram-Sperrungen an den Ombudsmann für kleine Unternehmen und Familienbetriebe (Small Business and Family Enterprise Ombudsman, ASBFEO) herangetragen, während der Ombudsmann der Telekommunikationsbranche (Telecommunications Industry Ombudsman) Beschwerden über Plattformen nicht bearbeiten kann. Nach dem seit dem 10. Dezember 2025 geltenden Verbot für unter 16-Jährige können Personen ab 16 Jahren, die fälschlich markiert werden, ihr Alter mit einem Ausweis oder einem Video-Selfie bestätigen.
- Neuseeland4 Einträge2025 berichteten neuseeländische Medien über viele Unternehmen und Privatpersonen, deren Facebook- und Instagram-Konten gesperrt wurden; einige Konten wurden wiederhergestellt, nachdem RNZ sie bei Meta angesprochen hatte. Im Oktober 2025 richtete das Ministerium für Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung (MBIE) ein Postfach ein, um Fälle kleiner Unternehmen zur Prüfung an Meta weiterzuleiten, und Netsafe bietet kostenlose, vertrauliche Beratung an.